Vertiefende Informationen: Milch

Genossenschaftliche Milchwerke: 30 Prozent weniger für die Milcherzeuger

Die Milcherzeuger haben 2009 unter den Preisschlachten um Marktanteile im Lebensmittelhandel am stärksten gelitten. Das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage trug dazu seinen Teil bei. Die acht genossenschaftlichen Milchwerke in Baden-Württemberg mussten Umsatzeinbußen von 213 Mio. Euro oder 21,6 Prozent auf 773 Mio. Euro hinnehmen. Dadurch waren nur noch Milchauszahlungspreise für die Landwirte möglich, die im Durchschnitt um 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres lagen. Im 4. Quartal erholten sich die Preise etwas; der Markt stabilisierte sich, der Verbraucher kauft wieder.

„Die Lage für die Milcherzeuger ist dramatisch“, unterstrich Präsident Gerhard Roßwog vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes, „der Übergang von der Intervention in die Marktwirtschaft zeigt sehr harte Ecken und Kanten.“ Damit gehe eine Entsolidarisierung unter den Milchbauern einher, viele wollen die Kündigung ihrer Milchlieferverträge erleichtern. „Da wird keine Stärke mehr gesucht, die die Genossenschaft verspricht, da wird die Hintertüre weit aufgemacht, um aus dem gemeinsamen Geschäftsbetrieb schnell ausbrechen zu können.“ Krisen könnten aber nur gemeinsam gelöst werden. „Für Milch-Hopping gibt es auf einem Markt der Überproduktion keine Chancen.“ Roßwog rief dazu auf, den genossenschaftlichen Grundsatz „Einigkeit macht stark“ mit neuem Leben zu füllen.

Mit den genossenschaftlichen Milchwerken, die im Schnitt zwei bis drei Cent je Kilo mehr Milchauszahlungspreis erwirtschaften als in Norddeutschland, hätten die Landwirte dafür starke Partner in Baden-Württemberg. Diese Preisdifferenz zeige auch, dass die Milchwerke im Land allgemein gut aufge-stellt seien.

Die genossenschaftlichen Milchwerke in Baden-Württemberg haben übers Jahr 1,32 Millionen Tonnen Milch (+ 0,9 Prozent) erfasst. Der größte Teil der Milch, rund 40 Prozent, wird zu Käse verarbeitet, weitere 30 Prozent werden Trinkmilch.

21. April 2010

 
 

Infos

Presse-Information: Warengenossenschaften 2009 im Überblick

mehr Informationen (URL: http://www.bwgv-info.de/content/340.htm)

Kontakt

Reinhard Bock-Müller Pressesprecher
Fon 0711 222 13-27 70
Fax 0711 222 13-29 73 77

Fotos zum Thema

mehr Informationen (URL: http://www.bwgv-info.de/content/341.htm)

Weitere Verweise