Obst und Gemüse: Nur Erdbeeren brachten eine süße Ernte
Frisches Obst, Gemüse und Blumen aus Baden-Württemberg werden von 21 Genossenschaften vermarktet. Sie konnten ihren Umsatz im Jahr 2009 um 5,2 Prozent auf 231 Mio. Euro ausweiten. Maßgeblich dafür war, dass die vier Genossenschaften im Marktkontor Obst und Gemüse Baden e.V. mit 108.000 Tonnen ein Viertel mehr Obst und Gemüse zum Verbraucher gebracht haben, berichtete Gerhard Roßwog, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes.
Trotz des Umsatzzuwachses sind die Genossenschaften nicht zufrieden, denn die Erzeugerpreise lagen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf einem unbefriedigenden Niveau. Immerhin ist es untypisch in Deutschland, dass die Umsätze überhaupt stiegen, betonte Roßwog. Rundherum süß fiel die Ernte 2009 nur bei Erdbeeren aus. Die Saison startete in Baden bereits Ende April 2009, während sich in den anderen deutschen Anbaugebieten die Ernte verzögerte. „Die ersten am Markt zu sein ist das A und O.“ Dadurch konnten für die 9.400 Tonnen Erdbeeren zufriedenstellende Erlöse erzielt werden. Bei 8 Prozent mehr Menge wurden die Erdbeer-Umsätze um 33 Prozent auf 20 Mio. Euro gesteigert.
Hauptumsatzträger sind Äpfel, mit denen 2008 noch ein Umsatzsprung um fast die Hälfte erzielt werden konnte. Sie litten 2009 wie alle Obstarten unter massivem Preisdruck, nachdem die deutsche Obsternte eine der größten der letzten Jahre war und zudem große Importmengen aus Ost- und Südeuropa auf den einheimischen Markt drängten.
Die Entwicklung war begleitet von zahlreichen Preisoffensiven im Einzelhandel, die die Obst- und Gemüsepreise zum Teil unter die Gestehungskosten für die Erzeuger trieben, berichtete Roßwog. „Aber selbst Kopfsalat für 9 Cent steigerte die Nachfrage nicht merklich, sodass sich die aggressive Preispolitik für den Lebensmittelhandel nicht auszahlte, während einheimische Erzeuger erntereife Ware unterfräsen mussten.“
21. April 2010


