Die Schulden- und Eurokrise zeigt erneut, dass ein Neuanfang auf den Finanzmärkten unumgänglich ist. Dies betont Gerhard Roßwog, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes, für die Volksbanken und Raiffeisenbanken.
„Die Finanzmärkte dürfen nicht dem freien Spiel der Kräfte überlassen werden. Die Politik darf sich nicht von den Märkten treiben lassen, sondern muss selbst die Regeln bestimmen.“ Eine Grundregel müsse heißen, endlich Transparenz in die Derivatemärkte zu bringen. „Derivate dürfen grundsätzlich nur noch über eine zentrale Clearing-Stelle bzw. ein zentrales Transaktionsregister abgewickelt werden. Es muss geprüft werden, ob daraus eine Art Börse entwickelt werden kann“, verlangt Gerhard Roßwog.
Der zweite große Regulierungsschritt müsse sein, strikt zwischen systemrelevanten und nicht-systemrelevanten Banken zu trennen. Eine Bankenabgabe mache die Risiken nicht kleiner. Wesentlich sei ein kräftiger Aufschlag auf das Eigenkapital für systemrelevante Banken. „Die Eigenkapitalausstattung der systemrelevanten Banken wird heute ihrem Geschäftsmodell und ihrer Risikolage nicht gerecht“, unterstreicht Roßwog.
13. Mai 2010

