Agrartag der Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Bio-Markt

Über 400 Landwirte und Vertreter der genossenschaftlichen Banken aus der ganzen Region sind am Mittwoch zum Agrartag 2011 der Volksbanken und Raiffeisenbanken in das Stadtforum nach Bad Saulgau gekommen. Dietrich Herold, Abteilungsleiter für Kommunikation/Interessenvertretung/Veranstaltungsmanagement beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband, betonte zur Eröffnung, dass viele landwirtschaftliche Genossenschaften Bio-Produkte erzeugen.

Allerdings führen Bio-Produkte, bezogen auf die gesamte landwirtschaftliche Erzeugung in Baden-Württemberg, ein Nischendasein, sagte Herold. „Knapp 5 Prozent der genossenschaftlich erfassten Milch ist Bio-Milch. Der Schwerpunkt ist dabei die Molkerei Schrozberg. Sie ist Demeter-Erfassungsbetrieb und ihr Bio-Milchanteil beträgt über 50 Prozent.“

Herold stellte den gewaltigen Sprung bei Bio-Getreide im Jahr 2011 heraus. „Die genossenschaftliche Erfassung kletterte in diesem Jahr von 528 auf 2.900 Tonnen, ein gewaltiges Plus von 449 Prozent.“ Das hänge damit zusammen, dass eine Bezugs- und Absatzgenossenschaft die landesweite Erfassung von Demeter-Getreide übernommen hat. Dinkel und Hafer stehen hier im Mittelpunkt.

Und schließlich gebe es in Württemberg sieben Weingärtnergenossenschaften, die Bio-Wein erzeugen, von Besigheim bis Rosswag; dazu kommen fünf badische Winzergenossenschaften. „Dabei ist der Badische Winzerkeller in Breisach mit 47 Hektar Bio-Rebfläche der größte Bio-Weinproduzent der Republik.“

Die Reichenau Gemüse eG erwirtschaftet 13 Mio. Euro Auszahlungsleistung für ihre Mitgliedsgärtnereien, davon entfallen 11 Prozent auf Bio-Erzeugnisse, berichtete Johannes Bliestle, Geschäftsführer der Genossenschaft, auf dem Agrartag. 14.000 Tonnen Frischgemüse werden jährlich auf der Bodenseeinsel erzeugt, darunter ragen Salat, Gurken und Tomaten heraus.

Bio-Produkte sind aus der Nische herausgetreten und zum Trend geworden, betonte Bliestle. Nach den ökologisch orientierten Käufern geben die ernährungs- und gesundheitsbewussten Käufer dem Markt weiteren Schwung. Dahinter stehe der Wunsch nach Transparenz und Sicherheit. Die Zukunftstrends in der Ernährung werden aber auch von der Nachfragesteigerung nach Lebensmitteln mit regionaler Herkunft bestimmt, unterstrich Bliestle. „Regionale Produkte sind für den Verbraucher ein Qualitätsgarant und ein Stück Heimat.“

Für Bio-Lebensmittel haben die Deutschen zuletzt 71 Euro pro Jahr ausgegeben und liegen damit im europäischen Mittelfeld. Klare Spitzenreiter sind die Dänen und die Schweizer mit Pro-Kopf-Ausgaben von 139 bzw. 133 Euro. Mit 5,4 Prozent liegt der Bio-Anteil bei Frischgemüse an zweiter Stelle, nur geschlagen von Eiern mit 7,0 Prozent. Zum Beispiel bei Frischobst liegt der Bio-Anteil bei 4,0 Prozent, bei Butter sind es nur 1,6 Prozent. Bei Bio-Gemüse liegen Möhren und Tomaten auf den Spitzenrängen. Ein Privathaushalt hat im Jahr 2010 dafür 1,67 Euro bzw. 1,65 Euro ausgegeben.

Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg hat zum 30. September 2011 fast 2,3 Mrd. Euro bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken ausgeliehen. Das ist im laufenden Jahr ein Plus von 0,5 Prozent; im Gesamtjahr 2010 hat der Zuwachs volle 7,3 Prozent betragen.

23. November 2011

 
 

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